Projekte – abgeschlossen
Menschen integrieren Reize verschiedener Sinnessysteme zu einer kohärenten und zuverlässigen Repräsentation der Umwelt. Das menschliche Gehirn integriert die Reize, gewichtet nach ihrer sensorischen Reliabilität, allerdings nur, wenn eine kleine räumliche und zeitliche Diskrepanz der Reize eine gemeinsame Ursache der Reize nahelegt. Wenn große Diskrepanzen unabhängige Ursachen der Reize andeuten, segregiert das Gehirn die Reize. Unsere vorhergehenden und gegenwärtigen Arbeiten lassen vermuten, dass der dorsolaterale präfrontale Kortex (dlPFC) zunächst die kausale Struktur der Reize anhand ihrer Diskrepanz ermittelt, und anschließend der anteriore intraparietale Sulcus (aIPS) die Reize im Falle einer gemeinsamen Signalquelle reliabilitätsgewichtet integriert. Allerdings ist dieses Modell der multisensorischen kausalen Inferenz in kortikalen Hierarchien bisher wenig überprüft. Darüber hinaus könnte eine Schizophrenie-Erkrankung multisensorische kausale Inferenz verändern, was zum Beispiel zu Halluzination führen könnte. In dem Projekt untersuchen wir, wo, wann und wie die kortikalen Hierarchien eine kausale Entscheidung treffen und audiovisuelle Reize integrieren oder segregieren. In EEG und fMRI Studien untersuchen wir an gesunden Probanden und Schizophreniepatienten, welche Rolle der dlPFC bei kausalen Entscheidungen und der aIPS bei der Integration von audiovisuellen Stimuli hat. In einer TMS Studie untersuchen wir anschließend, ob beide Regionen auch eine kausale Rolle bei kausalen Entscheidungen und Integration spielen.
Psychophysikalische Untersuchung des Einflusses von Aufmerksamkeit auf explizite kausale Inferenzen in der audiovisuellen Wahrnehmung. Siehe daraus entstandenes DFG Projekt MultiAttend: DFG-Projekt „MultiAttend“